Der Besenstrich ist ein
Verfahren zur Oberflächenbehandlung von frischem Beton oder Estrich, bei dem unmittelbar nach
dem Abziehen oder Vorglätten ein spezieller Straßenbesen oder Strukturbesen über die feuchte Oberfläche gezogen wird.
Das Ziel ist es, eine
feine, gleichmäßige Rillenstruktur zu erzeugen. Diese erhöht die
Rutschfestigkeit (Grip) im Außenbereich massiv oder dient im
Innenbereich als optimaler Haftgrund für spätere Beläge.
Hier ist das Verfahren im
Detail erklärt:
1. Warum macht man einen Besenstrich?
- Rutschsicherheit im Außenbereich
(R-Klassen): Regen, Laub oder Frost machen glatten Beton lebensgefährlich. Der Besenstrich sorgt für eine raue Struktur (meist Rutschhemmungsklasse R11 bis R13), auf der Füße und Reifen auch
bei Nässe Halt finden.
- Haftbrücke im Innenbereich: Wird
auf einen Beton oder Estrich später ein Fliesenkleber, eine Ausgleichsmasse oder ein Verbundestrich aufgetragen, verkrallt sich das neue Material perfekt in den Rillen.
- Optik: Es entsteht ein sehr
gleichmäßiges, mattes und sauberes Oberflächenbild, das optisch ansprechender ist als eine unregelmäßig von Hand abgezogene Fläche.
2. Der Ablauf in der Praxis
Schritt 1: Einbringen und Vorbearbeiten
Der Beton oder Estrich wird
eingebaut, verdichtet und mit der Richtlatte exakt auf Höhe abgezogen. Bei hochwertigen Außenflächen wird die Oberfläche oft vorher mit einer großen Glättbohle (dem sogenannten "Schwabber") oder
einem Flügelglätter einmal leicht überarbeitet, um eine absolut ebene Basis ohne Löcher zu schaffen.
Schritt 2: Das richtige Timing (Der entscheidende Moment)
Wie bei allen Betonarbeiten
ist das Zeitfenster extrem eng:
- Zu früh: Der Beton ist noch zu
flüssig. Die Besenhaare reißen tiefe, unregelmäßige Furchen auf, und der flüssige Zementschlamm läuft hinter dem Besen direkt wieder zusammen.
- Zu spät: Der Beton hat zu stark
angezogen. Die Besenborsten hinterlassen kaum noch sichtbare Spuren oder kratzen nur oberflächlich.
- Der Test: Der Beton muss so weit
angesteift sein, dass er matt glänzt und die Struktur des Besens zwar sauber abbildet, ohne dass tiefe Krater entstehen.
Schritt 3: Das gleichmäßige Durchziehen
- Der Arbeiter steht außerhalb der Schalung (oder nutzt Verlängerungsstiele, sogenannte "Fischruten").
- Ein spezieller Beton-Strukturbesen (meist mit elastischen Kunststoff- oder feinen Stahlborsten, je nach gewünschter Tiefe der Rillen) wird in einem
flachen Winkel aufgesetzt.
- Der Besen wird in einer einzigen,
fließenden Bewegung ohne Stopps und mit gleichmäßigem Druck quer zur späteren Geh- oder Fahrtrichtung über die Fläche gezogen.
3. Typische Einsatzbereiche
- Bei Beton (Außenbereich):
Garageneinfahrten, Hofeinfahrten, Gehwege, landwirtschaftliche Hallen, Hubschrauberlandeplätze und Rollbahnen.
- Bei Estrich
(Innenbereich): Häufig bei Gefälleestrichen in Nassräumen (wenn z. B. barrierefreie Duschen direkt befliest werden) oder als Untergrund für dicke Natursteinplatten.