Die Hartstoffeinstreuung
(auch Trockeneinstreuung genannt) ist ein Verfahren, bei dem direkt während der Betonage feinkörnige, extrem harte Minerale auf die noch frische Betonoberfläche aufgebracht und eingearbeitet
werden.
Das Ziel ist es, die oberste
Schicht des Betons extrem verschleißfest, schlagregensicher und
staubfrei zu machen. Man spart sich dadurch einen zusätzlichen Estrich oder teure Beschichtungen. Typische Einsatzorte sind Garagen, Industriehallen, Werkstätten oder Logistikzentren.
Hier ist der Ablauf Schritt für
Schritt erklärt:
1. Das Material (Woraus besteht die Einstreuung?)
Das Einstreumaterial ist ein
fertiges Trockengemisch aus Spezialzement, Zusatzstoffen und den eigentlichen Hartstoffen. Je nach Beanspruchung nutzt man verschiedene Härteklassen:
- Quarz / Korund: Für normale bis
mittlere Belastungen (z. B. Privatgaragen, Werkstätten).
- Siliziumkarbid / Metallische
Hartstoffe: Für extrem schwere Belastungen (z. B. Kettenfahrzeuge, Schwerlastverkehr).
2. Der Ablauf in der Praxis (Schritt für Schritt)
Schritt 1: Beton einbringen und abziehen
Der Beton wird wie gewohnt
eingebaut, verdichtet und auf das exakte Höhenniveau abgezogen. Es darf kein Beton mit hohem Luftporengehalt oder starker Wasserabsonderung (Bluten) verwendet werden, da sich die Hartstoffe sonst nicht richtig
verbinden.
Schritt 2: Das erste Vorglätten
Sobald der Beton leicht
angezogen hat (begehbar ist, aber die Stiefel noch ca. 5 mm einsinken), fährt man einmal mit dem Flügelglätter samt Glättscheibe (Teller) über die Fläche. Dadurch wird die Oberfläche geöffnet und eine feine Zementschlämme an die
Oberfläche transportiert. Diese Feuchtigkeit ist zwingend nötig, damit das trockene Hartstoffpulver hydratisieren kann.
Schritt 3: Das Einstreuen (Der kritische Moment)
Das Pulver wird gleichmäßig
auf dem feuchten Beton verteilt. Das passiert entweder von Hand mit Schaufeln (bei kleineren Flächen) oder maschinell mit einem Einstreuwagen (Spreader) bei großen Hallen.
- Menge: In der Regel werden ca.
3 bis 5 kg Hartstoff pro Quadratmeter aufgebracht.
- Wartezeit: Nach dem Einstreuen
wartet man einige Minuten, bis das trockene Pulver die Feuchtigkeit aus dem Beton vollständig aufgesaugt hat. Das erkennt man daran, dass sich das Pulver dunkel verfärbt.
Schritt 4: Das Einarbeiten und Fertigglätten
Nun kommt wieder der
Flügelglätter zum Einsatz:
- Einscheiben: Die Maschine reibt
das Hartstoffpulver mit der Glättscheibe tief in die Betonoberfläche ein. Hartstoff und Beton verschmelzen zu einer untrennbaren, monolithischen Einheit.
- Flügeln: Im weiteren Verlauf des
Abbindens wird die Scheibe abgenommen. Mit den blanken Metallflügeln wird die Oberfläche so lange verdichtet und poliert, bis sie spiegelglatt, extrem dicht und steinhart ist.
Schritt 5: Die Nachbehandlung (Lebenswichtig für den Boden)
Weil die Hartstoffschicht sehr dünn ist (ca. 2 bis 3 mm) und extrem viel Wasser
zieht, droht sie bei Wind oder Sonne blitzschnell auszutrocknen. Es entstehen sonst Risse oder die Schicht schält sich später ab. Daher muss sofort nach dem letzten Glättgang ein flüssiges Nachbehandlungsmittel (Curing) aufgesprüht oder die Fläche mit Folien
abgedeckt werden.