Betonieren und Glätten bezeichnet den gesamten Prozess vom fachgerechten Einbringen des flüssigen
Betons bis hin zur finalen Oberflächenbearbeitung. Das Ziel ist eine extrem glatte, staubfreie und hochbelastbare Betonoberfläche (oft direkt als Nutzboden ohne zusätzlichen Estrich).
Hier ist der Ablauf Schritt für
Schritt erklärt:
1. Die Betonage (Das Einbringen und Verdichten)
Bevor geglättet werden kann,
muss der Beton perfekt eingebaut werden:
- Vorbereitung: Die Schalung wird
aufgestellt, eine Trennfolie ausgelegt und die Stahlbewehrung eingebaut.
- Einbringen: Der flüssige Beton
wird in die Schalung gegossen und gleichmäßig verteilt.
- Verdichten: Mit einer
Vibrationsflasche (Innenrüttler) oder einer Rüttelbohle wird die eingeschlossene Luft aus dem Beton geschüttelt. Nur so wird er stabil.
- Abziehen: Die Oberfläche wird mit
einer langen Alulatte (Richtscheit) exakt auf das gewünschte Höhenniveau glatt abgezogen.
2. Das Warten (Der kritische Moment)
Frischer Beton ist zu flüssig
zum Glätten. Man muss warten, bis er "anzieht" (hydratisiert).
- Der Fußabdruck-Test: Der Beton
ist bereit zum Glätten, wenn ein Arbeiter darauf stehen kann und die Stiefelspuren nur noch ca. 2 bis 5 mm tief einsinken.
3. Das Glätten (Flügelglätten)
Sobald der Beton begehbar,
aber noch feucht ist, kommt meist eine Benzin- oder Elektromaschine zum Einsatz: der Flügelglätter (auch "Betonhubschrauber" genannt).
- Vorglätten (Einscheiben): Zuerst
wird eine große, flache Metallplatte (Glättscheibe) unter die Maschine montiert. Sie fährt über den Beton, schließt grobe Poren und drückt kleine Steinchen nach unten. Dabei entsteht eine feine
Zementschlämme an der Oberfläche.
- Einstreuen (Optional): Für
Industrie- oder Garagenböden wird jetzt oft ein Hartkornmaterial (z. B. Quarz) aufgestreut, um den Boden extrem verschleißfest zu machen.
- Fertigglätten (Flügeln): Die
Scheibe wird abgenommen. Nun rotieren nur noch die blanken Metallflügel direkt auf dem Beton. Je öfter man über die Fläche fährt und je steiler man die Flügel einstellt, desto glatter, glänzender und
verdichteter (wasserabweisender) wird die Oberfläche.
4. Die Nachbehandlung (Sehr wichtig!)
Damit der frisch geglättete
Beton nicht reißt, muss er vor zu schnellem Austrocknen geschützt werden. Dazu wird er entweder mit einer speziellen Flüssigkeit (Curing) besprüht, mit Folien abgedeckt oder regelmäßig mit Wasser
befeuchtet.